Heilige Nacht Jubiläum

Erstausgabe "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma, erschienen im Albert Langen Verlag München, 1917
Erstausgabe von 1917

Erstausgabe der Weihnachtslegende

Die Erzählung Heilige Nacht verfasst Thoma im Kriegswinter 1915.  Zwei Jahre sollte es dauern, bis es auf den Markt kommt. Als gereimtes  Gedicht erscheint es 1917 im Münchner Albert Langen Verlag. Die Illustrationen stammten von Wilhelm Schulz. Über sein Werk schrieb Thoma einem Freund: Ich liebe dieses Buch auch; es ließ sich mühelos und von Herzen herunter dichten und war angeregt vom Schnee und stillen, sternenhellen Winternächten. Dennoch konnte Thoma nicht alle Ideen zur Heiligen Nacht  verwirklichen: Wir wollten ein Krippenspiel machen: er (Anm.: Ignatius Taschner) die Bilder, ich den Text. Dazu Musik von Max Reger – das wäre was geworden! Beide tot, die Heimat kaputt, der Sinn dafür verloren. Es sind nie Werte, die da waren, so armselig verloren gegangen, wie uns …

"Gesang" aus "Heilige Nacht"; Originalhandschrift von Ludwig Thoma mit durchgepaustem Pocci-Bildchen, 1915
Thoma Portrait v. Karl Klimsch

Idee zur Weihnachtslegende 

Um die Idee zur Heiligen Nacht rankt sich eine Geschichte, die der bayerische Volksschauspieler Bertl Schultes (1881 - 1964) in seinen Erinnerungen aufgeschrieben hat: Es war Advent. Thoma war mit seinem Jäger in seinen Tegernseer Bergen. Eisig kalt war es und ein scharfer Wind schnitt einem schier das Gesicht entzwei. Der starke Schneefall nahm den beiden die Sicht ... große Schneeflocken legten sich lautlos auf die Erde... Auf einmal hörte der Jäger, wie Thoma vor sich hinsagte: 'Im Wald is so staad, alle Weg san verwaht'. Es war die Geburtsstunde der Heiligen Nacht, … ganz einfach, ins Altbayerische übersetzt, wie ein Geheimnis aus unseren Tagen.

Ludwg Thoma, Autor der Weihnachtslegende Heilige Nacht
Thoma Widmung von 1915

Widmung für Taschnermädeln

Thoma widmet sein noch unveröffentlichtes Werk den Töchtern Maja und Antonie - genannt Wuschi - seines verstorbenen Freundes Ignatius Taschner und sendet den ersten Teils seines Werkes an die Witwe Helene Taschner nach Mitterndorf bei Dachau: Rottach 14. Dez. 1915, Liebe Maja und liebe Wuschi, diese Verse habe ich gemacht im Andenken an Euren lieben Vater und immer in der Vorstellung, wie er und ich zusammen damit ein Volksbuch hätten herstellen können. Wenn Ihr einmal älter seid, dann werdet Ihr verstehen, wie schmerzlich mir der Verzicht für alle Zeiten bleiben muß. Im nächsten Jahr, wenn wir Alle noch leben, schicke ich Euch den Schluß. Ein fröhliches Weihnachten wünscht Euch Euer Ludwig Am 26. Dezember 1916 sandte Thoma den zweiten Teil des Werks.