Handlung Heilige Nacht

das Weihnachtsspiel Heilige Nacht

 

Die Weihnachtsgeschichte

Frei nach dem Weihnachtsevangelium hat Ludwig Thoma die Heilige Nacht im leicht verständlichen bayerischen  Dialekt geschrieben. Sein Wunsch, aus seiner Erzählung ein Weihnachtsspiel mit Musik zu gestalten, blieb zu seinen Lebzeiten unerfüllt. >Autor & Werk

 

Die kammermusikalische Fassung

Enrico de Paruta hat Thomas Idee aufgegriffen und ein kammermusikaliches Weihnachtsspiel basiernd auf dem ungekürzten Orginaltext des Dichters geschaffen. Einige Figuren der Heiligen Nacht ergänzen in musikalischen Szenen die Handlung >Besetzung


in nazareth

1. Aufzug

 

Die Verkündigung

Der Engel des Herrn verscheint Hirten in Nazareth und im Traum dem Handwerksburschen Hansei. Der Engel verkündet, dass bald schon Gottes Sohn in Bethlehem geboren werde. Sogleich machen sich Hirte Hias mit den Hirtenkindern und Hansei auf den Weg, das Kind zu suchen. 

Das Schreiben

Zur Regierungszeit von Kaiser Augustus führen in Nazareth der Zimmermann Joseph und seine Frau Maria, die ein Kind erwartet, ein bescheidenes Leben, bis ein Schreiben der Steuerbehörde eintrifft. Es fordert, sich in Bethlehem eintragen zu lassen. Trotz des weiten und beschwerlichen Wegs ist Maria ist Maria guten Mutes. Sie sagt, es stehe in der Heiligen Schrift, dass sie bald in Bethlehem sein werden. Der Herrgott wird schon alles zum Guten wenden.


auf bethlehem zua

2. Aufzug

 

Am Morgen

Am nächsten Morgen brechen Maria und Joseph sehr früh auf. Sie stapfen durch den tiefen Schnee und kommen in den Wald. Es ist bitter kalt. Während der Mittagsrast machen sie Brotzeit. Joseph sieht, dass es Maria gar nicht gut geht und bedauert sie. Hoffentlich, denkt er, passiert Maria nichts!

Der Schlitten

Da naht Manasse, ein wohlhabender Mann aus Nazareth. auf seinem Schlitten Joseph ruft und bittet ihn, Maria mitzunehmen. Mamasse fährt aber spottend vorbei und lacht die beiden noch aus. Joseph ist fassungslos.

Der hilfsbereite Handwerksbursch

Da kommt der Handwerksbursch Hansei des Wegs und hilft Joseph die entkräftete Maria bis vor die Tore Bethlehems zu tragen. Weil Hansei keine Ausweispapiere hat, verabschiedet er sich hier von den beiden. Mag er auch arm sein, Gott wird es ihm eines Tages bestimmt danken.


fremde gäst´

3. Aufzug

 

Der herzlose Hausknecht

Maria und Joseph sind in Bethlehem angekommen. Sie hoffen, dass sie in einem der Gasthäuser ein Zimmer bekommen. Aber schon beim Rössl Wirt fertigt sie der Hausknecht einfach ab. Er sagt, alles sei bereits belegt.

Vergebliche Herbergsuche

Auch beim Gasthof Zum Lamm werden sie vom Vize rücksichtlos abgewiesen. Wo Maria und Joseph auch anklopfen, niemand nimmt die Fremden auf. Hirte begenet Maria und Joseph und fleht, Gottvater möge der armen Maria beistehen.

Marias Zuversicht

Maria bleibt zuversichtlich und verbirgt ihre Schwäche vor Joseph. Da erinnert sich Joseph an eine Base (Anm.: altes Wort für Kusine), die mit ihrem wohlhabenden Ehemann Josias in Bethlehem lebt. Joseph ist sich sicher, dass sie bei den reichen Verwandten sicher ein Bett und eine warme Mahlzeit bekommen werden. Ob er sich da nicht irrt?!


Beim Josias

4. Aufzug

 

Josias und die Base

Da stehen nun Maria und Joseph endlich vor dem großen Haus der Verwandten. Es brennt noch Licht, Joseph läutetet. Am Fenster erscheint Josias. Er gibt vor, Maria und Joseph nicht zu kennen und will sie vertreiben. Als seine Frau ebenfalls am Fenster erscheint, schimpft sie auf die frierenden und erschöpften Leute ein. Josias unterstellt den beiden, dass sie in böser Absicht gekommen sind. Schließlich schlagen die herzlosen Verwandten die Fenster zu und schimpfen im Haus weiter.

Josephs Verzweiflung

Jetzt weiß sich Joseph keinen Rat mehr. Er sieht, dass Maria immer schwächer wird und er ihr nicht helfen kann. Maria ermutigt ihren verzweifelten Joseph. Es gehe ihr nicht so schlecht, sagt sie. Außerdem werde sich schon alles zum Guten wenden. Genau in diesem Moment kommt ein Fremder auf sie zu.

Retter in der Not

Vielleicht war der fremde Mann ein Engel? Er weist ihnen jedenfalls den Weg zu einem kleinen verfallenen Haus. Dort wohnt ein alter Mann namens Simmei. Dort werde den beiden sicherlich geholfen.

Das Nachtlager

Simmei öffnet und sieht sofort die Not der beiden fremden Leute. Weil es bei ihm zu eng ist, bereitet er den beiden im Stall ein Nachtlager. Dort ist es warm. Stroh und Heu richtet er ihnen her. Als er erfährt, dass Maria vielleicht noch in dieser Nacht ein Kind bekommt, kümmert sich Simmei rührend um die beiden. Er weiß aus Erfahrung, was Armut bedeutet.


heilige nacht

5. Aufzug

 

Das schlechte Gewissen

Mond und Sterne leuchten sonderbar hell, die Natur wartet auf ein besonderes Ereignis. Während in Bethlehem alles schläft, plagt die Base das schlechte Gewissen. Sie weckt ihren Mann Josias auf und wirft ihm vor, die Fremden abgewiesen zu haben. Josias wird wütend und fängt mit seiner Frau einen Streit an. Er will nichts mehr von den Fremden hören, dreht sich um und will wieder schlafen.

Im Himmel

Indessen hat sich auch Hansei in einer Hütte zum Schlafen gelegt. Er träumt im Himmel zu sein. Gottvater bittet Hansei herein und verspricht, ihn eines Tages für seine gute Tat zu belohnen. Da wird Hansei plötzlich durch eine Stimme geweckt: Kommt alle zusammen! Es schlägt euch die heiligste Stunde!

Christi Geburt

Simmei kann nicht schlafen und tritt vor sein Haus. Er staunt, weil die Nacht so hell ist. Aus dem Stall dringt ein heller Schein. Es wird doch kein Feuer ausgebrochen sein?! Simmei läuft schnell zhum Stall und vernimmt schon eine Stimme. Simmei wird ganz feierlich zumute. Er erfährt, dass in seinem Stall Christus geboren wurde. Plötzlich leuchten alle Sterne auf, Musik erklingt, Engel jubilieren und verkünden Christi Geburt. 


im stall

6. Aufzug

 

Die Krippe

Simmei führt die Hirten in den Stall. Er mahnt sie zur Ruhe. In einer Krippe liegt ein kleines Kind, der Heiland der Welt. Die Hirten bringen ihm Glückwünsche und beten das Kind an. Zum Abschied drücken sie Simmei etwas Geld in die Hand. Sie geben es von Herzen und gehen dann durch die Nacht wieder nach Hause.

Das Christkind

In Bethlehem hat man von der Geburt Christi nichts mitbekommen, dort ist keiner aufgewacht. Denkt mal darüber nach, ob es nichts zu bedeuten hat, dass das Christkind nur arme Leute gesehen haben!



Szenenfotos von Oliver Bodmer von der Aufführung Heilige Nacht in der Wallfahrtskirche St. Michael, Violau, Advent 2018

Alle Rechte bei edp 2018, München

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