Progamm 2019

Das Weyhnachts-lied

- ein Vorspiel

von Enrico de Paruta

 

Musikbearbeitungen

Thomas Rebensburg

Benjamin Schiefer


Die authentische Veranlassung

1854 ist der Komponist Franz Xaver Gruber bereits 67 Jahre alt. Er schreibt die Authentische Veranlassung, in der er versichert, dass er und Hilfspfarrer Joseph Mohr die Autoren des Liedes Stille Nacht, heilige Nacht sind. Gruber erinnert sich an seinen verstorbenen Freund Joseph Mohr und an die Geschehnisse des Heiligabends 1818, die sein Leben als junger Komponist so verändern hatten. Bassbariton Clemens Joswig (Foto) komponiert als junger Gruber auf dem Nachbau eines Spinetts von Johann Silbermann (1712 - 1783).   

 


Die Schöffer

Am Vormittag des 24. Dezember 1818 kommt Schöffer Vinzent (Foto: Christoph Högg) mit anderen Salzachschiffern zur Familie des Komponisten und Organisten Franz Xaver Gruber nach Arnsdorf. Die Schöffer heischen mit ihrem Anklöckl-Lied um milde Weihnachtsgaben für ihre notleidenden Familien. Maria Gruber überreicht den Schöffern ein Bündel. Gruber erinnert die Schöffer, am Nachmittag zur Probe für die Christmette  zu kommen.


Im Beichtkabinett

Pfarrprovisor Georg Heinrich Nöstler (Foto: Lutz Bembenneck) klagt im Beichtkabinett der Wallfahrtskirche Maria Bühel bei Oberndorf über Hilfspfarrer Joseph Mohr und dessen unziemliches Benehmen als Geistlicher. Da erscheint Mohr. Es entfacht sich ein heftiger Streit. Dabei wollte Mohr seinen Dienstherrn um Versöhnung bitten und ihn zur Christmette in die Oberdorfer Pfarrkirche St. Nikola einladen.


Bei Grubers

Am Nachmittag gedenken die Grubers ihrer im Kindsalter verstorbenen Mädchen und stimmen das Wiegenlied Haidl bubaidl (Anm.: erstmals notiert 1819; Vorläufer von Heidschi bumbeidschi) an. Hilfspfarrer Joseph Mohr kommt im rechten Moment und baut den niedergeschlagenen Gruber wieder auf. Mohr hat eine Idee...


Stille Nacht! Heilige Nacht!

Gruber soll Mohrs Gedicht Stille Nacht! Heilige Nacht! vertonen. Sie machen sich sofort an die Arbeit. Und so entsteht im Schul- und Mesnerhaus von Arnsdorf das Weyhnachts-Lied. Die zur Probe erschienenen Schöffer stimmen gleich in das Lied ein, das nach der Christmette zur Krippenlegung gesungen werden soll. Mohr bedankt sich bei Gruber für die Musik zu seinem Text. Das Lied werde als Zeichen ihrer Freundschaft über den Tod hinaus bestehen. Manuel Ried (Foto) begleitet sich als Pfarrer Mohr auf einer Replik der weltberühmten Mohr Gitarre. Das Original ist im Stille Nacht Museum von Hallein zu bewundern.



Heilige Nacht

- ein symphonisches Weihnachtsspiel

von Enrico de Paruta

nach der Weihnachtslegende Heilige Nacht

von Ludwig Thoma

 

Musikbearbeitungen

Thomas Rebensburg

Wolfgang Rödelberger

Perry Schack

Benjamin Schiefer

Caroline Schmidt-Polex


Prolog

Der Erzähler (Foto: Enrico de Paruta) lädt zur Weihnachtsgeschichte ein.


In Nazareth  - 1. Aufzug

Zimmermann Joseph erhält eine Aufforderung, sich in Bethlehem eintragen zu lassen. Maria ist zuversichtlich. Es stehe in der Schrift, dass sie bald in Bethlehem sein werden.

Almerer Simon in Nazareth, aber auch einige Stadterer in Bethlehem beklagen die Düsternis der Zeit und hoffen auf eine Wende. Der Engel des Herrn (Foto: Arndt Krueger) erscheint und prophezeit, Gott habe bereits seinen Sohn als Retter gesandt.

Den Hirten verkündet der Engel die Geburt des Gottessohnes in Bethlehem.


In Nazareth hat Handwerksbursch Hansei (Foto: Manuel Ried) von einem Kind geträumt, das in Bethlehem geboren und die Welt erhellen werde. Dem nachdenklichen Hansei begegnen Ziegenhirt Donerl, Schafhirt Hias mit seinen Kindern, Almerer Simon und Holzknechte aus der Umgebung.

Sie mahnen Hansei zur Eile. Hansei schließt sich aber der Gruppe nicht an. Er habe von einer Frau geträumt, die mit ihrem Mann im Schnee in Not geraten sei und Hilfe benötige. Er werde sie suchen und nachkommen.


Auf Bethlehem zua - 2. Aufzug

Am nächsten Morgen brechen Maria und Joseph auf. Der Weg ist weit und im tiefen Schnee mühsam. Wald und Tiere erwachen. Sie werden Maria (Foto: Bettina Baumgartner-Geltl) bald kennenlernen.

In einer Vision schildert Hirte Hias, wie sich die Natur wandelt, als Maria durch den Wald geht.

Maria weiß, der Engel des Herrn beschützt ihren schweren Gang. Während der Mittagsrast schaut Joseph besorgt auf die geschwächte Frau. Maria lässt sich aber nichts anmerken und findet im Gebet Stärkung.


Da naht der Schlitten des reichen Manasse. Joseph bittet ihn, Maria mitzunehmen. Der aber fährt lachend weiter und läßt die beiden im Schnee zurück. Da taucht Hansei auf, trägt mit Joseph die entkräftete Maria bis vor die Stadttore Bethlehems. Hier verabschiedet er sich, weil er keine Ausweispapiere mehr hat. Joseph und Maria danken ihm herzlich. Gott werde Hansei sicher seine Hilfsbereitschaft lohnen.

Auch Hias (Foto: Clemens Joswig), Almerer Simon, Holzknechte und Hirtenkinder sind nun vor Bethlehem angekommen. Sie erzählen aufgeregt von der Verkündigung durch den Engel.


Fremde Gäst´- 3. Aufzug

Maria und Joseph finden in Bethlehem keine Bleibe. Bei allen Gasthäusern fertigt man sie rüde ab. Joseph fleht bei den Stadterern um eine Bleibe.

Die Stadterer (Foto: Enrico de Paruta, Sebastian Schober und Angela Schütz) fertigen Maria und Joseph mit Hohn und Spott ab. Nur einer hat Mitleid mit den Fremden und versucht die Nachbarn umzustimmen. Aber auch ihm gelingt es nicht seine Nachbarn umzustimmen. Die Stadterer kehren in ihre Häuser zurück. Der Erzähler beklagt die Selbstsucht der Menschen, die in blinder Gier übersehen, dass ihnen der Tod alles nimmt.

Joseph erinnert sich an eine Base und ihren wohlhabenden Mann Josais. Während zur Nachtruh geblasen wird, findet Joseph das Haus der beiden.


Hexenzauber

München (12.12.), Ingolstadt (18./19.12.) und Regensburg (20.12.)

Ein Unwetter gefährdet die Ankunft von Maria und Joseph in Bethlehem und die Geburt Christi. Donerl und die Hirtenkinder sind überzeugt, das Wintergewitter war ein übler Hexenzauber. Die bösen Geister wollten verhindern, dass Christus auf die Welt kommt. Lebhaft schildert Donerl, wie er und die Hirtenkinder dem Spuk ein Ende setzten.


Beim Josias - 4. Aufzug

Joseph läutet an Josias Haus. Der fühlt sich in seiner Nachtruhe gestört, beschimpft Maria und Joseph. Die Base keift aus dem Fenster. Josias vertreibt spottend die ungebetenen Gäste. Joseph weiß sich keinen Rat mehr und hadertt mit der Welt und seinem Schicksal.

Doch Maria ermutigt ihn. Und wie durch ein Wunder erscheint ein Unbekannter - vielleicht ein Engel? - und führt sie zu Simmei, der außerhalb von Bethlehem in einem Austragshäusl wohnt.

Simmei richtet den beiden hilfsbereit ein Nachtlager in seinem Stall.


Heilige Nacht - 5. Aufzug

Seltsam hell scheint die Nacht. Mond und Sterne scheinen still und klar.

Die Stadterer hoffen, es mögen bald bessere Zeiten anbrechen, so wie es geschrieben steht.

Von den Bergen kommt leise Musik. Die Natur ahnt das nahende Wunder.


Der Engel begleitet Hansei und weist ihm, den Hirten und Stadterern den Weg zum Stall in dieser besonderen, heiligen Nacht.

Die Base plagt das schlechte Gewissen, die Fremden nicht aufgenommen zu haben. Sie streitet sich mit Josias. Der zeigt sich unversöhnlich.


Hansei ist nach all den Strapazen kurz eingeschlafen und träumt, er sei im Himmel und Gottvater belohne ihn für seine gute Tat.

Da wird Hansei plötzlich durch eine Stimme geweckt: Kommt alle her! Es schlägt euch die heiligtse Stunde! Pauken und Trompeten kündigen die nahe Geburt Christi an.

Hansei und die Hirten (Foto: Manuel Ried, Clemens Joswig, Engelsstimmen Charlotte und Magdalena) treffen sich auf dem Weg. Die Hirten befürchten sich zu verspäten. Aber Hansei ist so fasziniert von jubilierenden Engeln und einem wandernden Stern, dass er wie angewurzelt stehen bleibt.

Der Engel mahnt zur Eile und weist den Weg zum Stall.


Im Stall - 6. Aufzug

Kein Laut dringt aus dem Stall. Maria und Joseph scheinen nach dem Kräfte zehrenden Weg zur Ruhe zu kommen. Nur der alte Simmei kann nicht schlafen und sieht vor seinem Haus einen hellen Schein im Stall. Ein Feuer? Aufgeregt rennt er dorthin, nicht wissend, dass soeben Christus geboren ist.

Die Sterne leuchten auf, der Himmel bricht auf, festliche Musik erklingt und Engel verkünden jubilierend Christi Geburt.

Maria ist Mutter geworden und überglücklich.


Simmei führt Hansei und die Hirten in den Stall. Auch Stadterer und Landleut (Festabend Regensburg, 20.12.) sind gekommen, um das Kind in der Krippe zu bewundern. Über allem wacht der Engel.

Hirtenkinder singen dem Christkind ein Schlaflied. Die Hirten geben Simmei für das Kind etwas Geld. Sie geben es von Herzen.

Ergriffen von dem Kind stimmen die älteren Hirten einen Freudengesang zur Ehre Gottes an. Jetzt bleibt keiner mehr stumm, alle jubilieren.

Maria mahnt zur Stille, weil das Kindlein schlafen will.

Alle, die das Wunder erlebt haben, gehen nach einer Andacht nach Hause.


Epilog

So wie damals an Heiligabend des Jahres 1818 Komponist Gruber und Textdichter Mohr ihr Weyhnachts-Lied Stille Nacht, heilige Nacht sangen, so stimmen es Hirte Hias und Handwerksbursch Hansei an. Alle, die herbeigekommen sind, um das Kind zu verehren, schließen sich an und singen mit.

Festliches Weihnachtsläuten und Jubelgesang tragen die frohe Botschaft in die Welt hinaus.


Szenenfotos von Oliver Bodmer, München

Merkur gesamt vom 21.09.2019
Merkur gesamt vom 21.09.2019