Das Weyhnachts-lied

 

- ein Vorspiel

von Enrico de Paruta

 

Musikbearbeitungen

Thomas Rebensburg


in memoriam

 

Die authentische Veranlassung

1854 ist der Komponist Franz Xaver Gruber bereits 67 Jahre alt. Er schreibt die Authentische Veranlassung, in der er versichert, dass er und Hilfspfarrer Joseph Mohr die Autoren des Liedes Stille Nacht, heilige Nacht sind. Gruber erinnert sich an seinen verstorbenen Freund Joseph Mohr und an die Geschehnisse des Heiligabends 1818, die sein Leben als junger Komponist (Foto: Clemens Joswig) so verändern hatten ...


Die Schöffer

1. Szene

 

In der Not

Am Vormittag des 24. Dezember 1818 kommt Schöffer Vinzent (Foto: Christoph Högg) mit anderen Salzachschiffern zur Familie des Komponisten und Organisten Franz Xaver Gruber nach Arnsdorf. Die Schöffer heischen mit ihrem Anklöckl-Lied um milde Weihnachtsgaben für ihre notleidenden Familien. Maria Gruber überreicht den Schöffern ein kleines Bündel. Gruber erinnert die Schöffer, am Nachmittag zur Probe für die Christmette  zu kommen.


Im Beichtkabinett

2. Szene

 

Pfarrprovisor Nöstler

Pfarrprovisor Georg Heinrich Nöstler (Foto: Lutz Bembenneck) klagt im Beichtkabinett der Wallfahrtskirche Maria Bühel bei Oberndorf auf Sünder über Hilfspfarrer Joseph Mohr und dessen unziemliches Benehmen als Geistlicher. Da erscheint Mohr. Es entfacht sich ein heftiger Streit. Dabei wollte Mohr seinen Dienstherrn um Versöhnung bitten und ihn zur Christmette der Filialkirche St. Nikola einladen.


Bei Grubers

3. Szene

 

Grubers Trauer

Am Nachmittag gedenken die Grubers ihrer im Kindsalter verstorbenen Mädchen und stimmen das Wiegenlied Haidl bubaidl (Anm.: erstmals notiert 1819; Vorläufer von Heidschi bumbeidschi) an. Hilfspfarrer Joseph Mohr kommt im rechten Moment und baut den niedergeschlagenen Gruber wieder auf. Mohr hat eine Idee...


stille nacht

4. Szene

 

Das Weyhnachts-Lied

Gruber soll Mohrs (Foto: Manuel Ried) Gedicht Stille Nacht! Heilige Nacht! vertonen. Sie machen sich sofort an die Arbeit. Und so entsteht im Schul- und Mesnerhaus von Arnsdorf das Weyhnachts-Lied. Die zur Probe erschienenen Schöffer stimmen gleich in das Lied ein, das nach der Christmette zur Krippenlegung gesungen werden soll. Mohr bedankt sich bei Gruber für die Musik zu seinem Text. Das Lied werde als Zeichen ihrer Freundschaft über den Tod hinaus bestehen.



Heilige Nacht

 

- ein WeihnachtsSingspiel

von Enrico de Paruta

nach der Weihnachtslegende

Heilige Nacht von Ludwig Thoma

 

Musikbearbeitungen

Kathrin Pechlof

Thomas Rebensburg

Wolfgang Rödelberger

Perry Schack

Caroline Schmidt-Polex


Prolog

 

Die Weihnachtslegende

Der Erzähler (Foto: Enrico de Paruta) lädt zur Weihnachtsgeschichte ein.


in nazareth

1. Aufzug

 

Die Verkündigung

Zimmermann Joseph erhält eine Aufforderung, sich in Bethlehem eintragen zu lassen. Maria ist zuversichtlich. Es stehe in der Schrift, dass sie bald in Bethlehem sein werden und alles Gottes Wille sei. Ein Engel als Bettelmönch (Foto: Christoph Birgmeier) prophezeit Stadtleuten in Bethlehem, es werde ein Wunder geschehen. Hirten verkündet er die Geburt des Gottessohnes in einem Stall bei Bethlehem.


Der Traum

In Nazareth hat Handwerksbursch Hansei (Foto: Manuel Ried) von einem Kind geträumt, das in Bethlehem geboren und die Welt erhellen werde. Den nachdenklich gestimmten Hansei treffen die Hirten und mahnen ihn zur Eile. Hansei schließt sich den Hirten aber nicht an. Denn Hansei hat von einer Frau geträumt, die mit ihrem Mann im Schnee in Not geraten sei und Hilfe benötige. Er werde sie suchen.


auf bethlehem zua

2. Aufzug

 

Durch Schnee und Eis

Am nächsten Morgen brechen Maria und Joseph auf. Der Weg ist weit und im tiefen Schnee mühsam. Wald und Tiere erwachen. Sie werden Maria (Foto: Bettina Baumgartner-Geltl) bald kennenlernen. Maria weiß, der Engel des Herrn beschützt ihren schweren Gang. Während der Mittagsrast schaut Joseph besorgt auf die geschwächte Frau. Maria lässt sich aber nichts anmerken und findet im Gebet Stärkung.


Die gute Tat

Da naht der Schlitten des reichen Manasse. Joseph bittet ihn, Maria mitzunehmen. Der aber fährt lachend weiter und läßt die beiden im Schnee zurück. Da taucht Hansei auf, trägt mit Joseph die entkräftete Maria bis vor die Stadttore Bethlehems. Hier verabschiedet er sich, weil er keine Ausweispapiere mehr hat. Joseph und Maria danken ihm herzlich. Gott werde Hansei sicher seine Hilfsbereitschaft lohnen. Auch Hias (Foto: Clemens Joswig) und die anderen Hirten sind nun vor Bethlehem angekommen. Sie erzählen aufgeregt von der Verkündigung durch den Engel.


Fremde Gäst´

3. Aufzug

 

Vergebliche Herbergsuche

Maria und Joseph finden in Bethlehem keine Bleibe. Bei allen Gasthäusern fertigt man sie rüde ab. Joseph fleht um eine Bleibe bei den wohlhabenden Stadtleuten, die sie jedoch auch abweisen. Spott und Hohn der Stadtleute (Foto: Enrico de Paruta, Sebastian Schober und Angela Schütz) müssen Maria und Joseph ertragen. Der Hirte Hias wird Zeugen der Zurückweisung und versucht vergebens die Städter umzustimmen.


Die Verwandten

Die Nacht ist hereingebrochen. Maria versucht Ihre Schwäche zu verbergen. Da erinnert sich Joseph an seine Base, die mit ihrem wohlhabenden Ehemann Josias in Bethlehem lebt. Die Verwandten werden Ihnen gewiss Logis und eine warme Mahlzeit geben.

 

Großes Gaudium

Auf dem Felde erleben Hirte Tonerl (Foto: Markus Ücker) und die Hirtenkinder, wie die Engel am Himmel jubilieren und sich auf die bevorstehende Geburt Christi einstimmen. Tonerl und die Hirtenkinder freuen sich, bald das Christkind im Stall bewundern zu können.


Beim Josias

4. Aufzug

 

Der Nothelfer

Joseph läutet an Josias Haus. Der fühlt sich in seiner Nachtruhe gestört, beschimpft Maria und Joseph. Die Base keift aus dem Fester. Josias vertreibt spottend die ungebetenen Gäste. Joseph hat keinen Rat mehr. Doch Maria ermutigt ihn. Und wie durch ein Wunder erscheint ein Unbekannter - vielleicht ein Engel? - und führt sie zu Simmei, der außerhalb von Bethlehem in einem Austragshäusl wohnt. Simmei richtet den beiden hilfsbereit ein Nachtlager in seinem Stall.


Heilige nacht

5. Aufzug

 

Die Ahnung

Seltsam hell scheint die Nacht, von den Bergen kommt Musik. Die Stadtleute hoffen, dass sich die Weissagung des Bettelmönchs erfüllt. Hansei weiß, die Heilige Nacht ist gekommen, Christus werde geboren.

 

Der Streit

Die Base kann nicht schlafen. Sie wirft Josias vor, die Fremden nicht aufgenommen zu haben. Josias zeigt sich im Streit unversöhnlich.


Im Himmel

In einer Hütte träumt Hansei, Gottvater wolle ihn für seine gute Tat im Himmel belohnen. Da wird Hansei plötzlich durch eine Stimme geweckt: Kommt alle zsamm...!

 

Der Stern

Die Hirten (Clemens Joswig, Charlotte und Magdalena) dfinden endlich Hansei. Sie befürchten sich zu verspäten. Aber Hansei ist so fasziniert von jubilierenden Engeln und dem wandernden Stern, dass er wie angewurzelt stehen bleibt. Nun mahnt auch der Engel zur Eile und weist den Weg nach Bethlehem.


im stall

6. Aufzug

 

Christi Geburt

Simmei kann nicht schlafen und sieht vor seinem Haus einen hellen Schein im Stall. Ein Feuer? Aufgeregt rennt er dorthin, nicht wissend, dass soeben Christus geboren ist. Die Sterne leuchten auf, der Himmel bricht auf und verkündet im Jubelgesang der Engel Christi Geburt. Aufgeregt eilen die Hirten herbei. Simmei führt sie in den Stall. In einer Krippe liegt ein kleines Kind, der Heiland der Welt. Über der Krippe wacht der Engel.


An der Krippe

Die Hirtenkinder (Foto: Engelsstimmen Marvin, Pia, Raphael und Charlotte) überbringen Glückwünsche und freuen sich. Zum Abschied drücken sie Simmei ihr Erspartes in die Hand. Sie geben es von Herzen und gehen nach Hause. Maria mahnt zur Stille, weil das Kindlein schläft. In Bethlehem hat man von der Geburt Christi nichts bemerkt. Ihr aber, die ihr in die Mette geht, denkt darüber nach und fragt Euch, ob es nichts zu bedeuten habe, dass das Christkind nur Arme gesehen haben!


epilog

 

Stille Nacht, heilige Nacht

Als am 24. Dezember 1818 die Christmette beendet war, standen Franz Xaver Gruber und Pfarrer Joseph Mohr auch an der Krippe. Es war still geworden in der kleinen Pfarrkirche St. Nikola. Im Schein der Laternen stimmten beide ihr Lied Stille Nacht, heilige Nacht an. Es war ein unvergesslicher Moment der Stille und des Friedens - eines Innehaltens, das mit festlichem Weihnachtsläuten und einem jubilierenden Gloria endete.


Weihnachtssingen Heilige Nacht im Audimax Regensburg


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